ENGLISCH
THEATER AG
*Fünf Symbiosen*
*English Drama Group spielt Shakespeares 'Twelfths Night'*
Eine Symbiose ist eigentlich ein Begriff aus der Biologie. Frei nach
Duden bezeichnet sie das gegenseitge Zusammenleben zweier Lebewesen zum
gegenseitigen Nutzen.
Nun hat die English Drama Group nicht direkt etwas mit Biologie zu tun.
Und indirekt auch nicht. Aber gestatten Sie, liebe Biologen (bzw. liebe
Biologinnen und Biologen für alle Emanzinnen und Emanzen), dennoch, dass
ich diesen Begriff für die folgenden Zeilen auf ein anderes Fachgebiet
anwende.
Betrachtet man nämlich die English Drama Group, ihr diesjähriges
Stück
'Twelfth night' sowie ihre grandiosen Aufführungen, so fallen gleich
mehrere dieser eingangs erwähnten Symbiosen auf.
/Symbiose 1: Der Dichter und sein Werk/
'Und am Ende kriegen sie sich doch.' Das ist, drastisch gekürzt, der
Inhalt von Shakespeares Werk.
Einer Hedwig Courths-Mahler würde diese Inhaltsangabe gerecht, nicht
jedoch William Shakespeare. Er erzählt nicht bloß eine Geschichte,
sondern gibt ihr durch seine künstlerische Sprache eine ganz andere
Qualität. Die Worte leben. Die Sätze sprechen. Keine Inhaltsangabe kann
dies widerspiegeln.
Um Ihnen aber dennoch einen Einblick in die Handlung von 'Twelfth night'
zu geben (in Deutschland eher bekannt als 'Was ihr wollt'), hier ein
kurzer Handlungsabriss:
Viola und ihr Zwillingsbruder Sebastian erleiden Schiffbruch. Sie werden
an unterschiedliche Stründe gespült und glauben beide, dass ihr
Zwillingspartner gestorben sei.
Viola verkleidet sich als Mann und wird 'Page Cesario' am Hofe von Graf
Orsino. Im Auftrag seines Herrn wird Cesario mit einer Liebesbotschaft
zu Gräfin Olivia geschickt.
Olivia hat aber nicht das geringste Interesse an Orsino - aber Cesario
gefällt ihr. Cesario hingegen verliebt sich in seinen Herrn Orsino.
Als Violas tot geglaubter Bruder Sebastian schließlich auftaucht, ist
die Verwirrung perfekt. Cesario wird für Sebastian gehalten und umgekehrt.
Olivia heiratet Sebastian, den sie für Cesario hält. Schließlich deckt
Cesario seine Verkleidung auf und erobert als reizende Viola das Herz
Orsinos.
/Symbiose 2: Das Werk und die English Drama Group/
Wer nun könnte diesem historischen Werk besser gerecht werden als die
Akteure der English Drama Group?
Überzeugend verkörperten sie Shakespeares Charaktere und erweckten sie
zum Leben. Und gekonnt zogen sie mit ihrem nahezu vollkommenen Spiel die
Zuschauer in ihren Bann.
/Symbiose 3: Die English Drama Group und Musik/
Sie beschränkten sich nun aber nicht auf das Schauspielern. Wie ein
roter Faden zog sich auch Musik durch die Aufführung.
Seien es Instrumentalstücke, Solo-Gesangparts oder mehrstimmige
a-capella-Beiträge: Durch und durch gelang es den Schülerinnen und
Schülern, ihr schauspielerisches Können mit ihrem musikalischen zu
kombinieren, ja geradezu die Handlung des Stücks mit der Musik zu verweben.
/Symbiose 4: Die English Drama Group und das Publikum/
All dies begeisterte das Publikum. In tosendem Beifall drückten die
Zuschauer ihren Dank und ihre Anerkennung gegenüber den Schauspielern
aus. Sie in Worte zu fassen, war schier unmöglich.
/Symbiose 5: Basedau und Huebener/
Aber nicht nur die Schauspieler hatten in diesem Jahr wieder etwas
Bombastisches auf die Bühne gebracht. Auch die beiden 'Ladies' im
Hintergrund, Kathrin Basedau (Regie) und Monika Huebener
(Regieassistenz) haben wieder Großartiges geleistet und ihre Truppe zu
Höchstleistungen angepornt.
Und letztlich hat nun jeder in diesem Symbiosen-Geflecht etwas geleistet
und gleichzeitig 'Nutzen' gezogen. Ein Geben und Nehmen. Jedes Jahr aufs
Neue.
Was gibt es Schöneres?
/Martin Schwemmle/
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